Als Oberflächen-Piercing (englisch: Surface-Piercing) wird ein Piercing bezeichnet, das auf der Oberfläche des Körpers platziert ist und durch Hautstellen geht, die weder konvex noch konkav geformt sind (glatte Hautstellen, welche weder nach außen gebogen noch eingebeult sind, also überall dort, wo man keine Hautfalte hat).
Einstich- und Austrittskanal liegen damit in einer Ebene bzw. auf derselben Oberfläche, daher kommt letztlich auch der Name des Piercings. Da Surface Piercings meist unter Spannung stehen, können sie häufiger als andere Piercings vom Körper abgestoßen werden und wachsen dabei heraus.

Mit entsprechendem Schmuck und präziser Platzierung kann das Risiko des schnellen Auswachsens jedoch reduziert werden. Hierfür verwenden wir die 90°Grad-Titan Surface Bars, oder (selten) PTFE-Stabmaterial.

Schmuck:

Speziell für Oberflächen-Piercings existieren sogenannte Surface Bars. Dabei handelt es sich um Barbells, die an den Enden eine 90°-Biegung in gleicher Richtung besitzen und somit die Spannung auf den Austrittskanal des Piercings verringern.

Gern verwendet wird flexibler Schmuck aus PTFE. Der eigentlich gerade Stift aus diesem Material passt sich dabei zwar an die Krümmung des Stichkanals an, übt jedoch durch das Bestreben, in die Ursprungsform zurückzukommen, permanenten Druck aus. Deshalb raten wir zur Verwendung von Titan-Surface Bars.

Jeder kann die Länge frei nach seinem Geschmack bestimmen, wobei wir darauf achten, dass das Verhältnis immer passt.

Ist das Piercing einmal gestochen, kann man die Länge nicht mehr verändern. Hinsichtlich der Kugeln kann jeder frei die Farben wählen, die ihm gefallen.

Abheilung:

Der Heilungsprozess eines Oberflächen-Piercings variiert zwischen 2 und 4 Monaten bis zur vollständigen Heilung, selten dauert es noch länger. Die Abheilung von Oberflächen-Piercings dauert aufgrund der Spannung der Haut und somit der gepiercten Hautpartie mitunter etwas länger als bei einfachen Piercings. Wie andere äußere Piercings, sollte es mindestens in den ersten 3 Wochen zweimal täglich mit ProntoLind-Spray gereinigt und danach mit ProntoLind-Gel bestrichen werden. Wichtig hierbei ist, die gepiercte Stelle sowie das Piercing nur mit gewaschenen und desinfizierten Händen anzufassen. Mit der richtigen Pflege und den richtigen Pflegemitteln kommt es seltenst zu Wildwuchs (auch wildes Fleisch genannt).

Desinfektionsmittel auf Alkohol- oder Chlorbasis sollten vermieden werden.

Positionierung:

Wichtig bei einem Oberflächen-Piercing ist vor allem die richtige Tiefe des Stichkanals unter der Haut. Wird der Surface Bar nicht tief genug eingesetzt, sitzt der Schmuck zu locker. Die Enden ragen zu weit aus dem Stichkanal heraus, kippen zur Seite und reizen permanent das umliegende Gewebe. Sitzt er dagegen zu tief, drücken die Kugeln an den Enden auf die Haut, was zu Rötungen und Entzündungen führen kann.

Also muss der Piercer die Stelle richtig einschätzen und so den Stichkanal perfekt auf das verwendete Piercing abstimmen können.

Das Oberflächen-Piercing kann quasi überall gestochen werden – von Kopf bis Fuß. Man kann also seiner Phantasie freien Lauf lassen.

Klassische Oberflächen-Piercings:

Zu den bekanntesten Oberflächen-Piercings zählen vor allem das Augenbrauen-Piercing, welches in den späten 90er Jahren modern war, sowie – ebenfalls im Gesicht – das Bridge-Piercing auf dem Nasenrücken.

Im Schambereich ist bei der Frau das Christina- und analog beim Mann das Pubic Piercing bekannt. Das Hafada-Piercing am Hodensack ist entgegen den meisten anderen Oberflächen-Piercings besonders einfach in der Durchführung und auch der Heilungsprozess verläuft wesentlich schneller und unkomplizierter.

Im Halsbereich öfter gestochene Piercings sind das Nacken-Piercing und in der Drosselgrube das Madison-Piercing.

Beim Handweb befindet sich der Stichkanal zwischen zwei Fingern. Zu den üblichen Problemen der meisten Oberflächen-Piercings kommt hier bei der Abheilung die häufige Reizung im Alltag erschwerend hinzu.