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Wo findet man das passende Studio?

Wie findet man das „hygienischste und sauberste“ Piercing-Studio?
Der Preis sagt dem suchenden Konsumenten gar nichts über das Studio oder die damit verbundene Hygiene und Qualität der erbrachten Leistung.

Wer also denkt, er geht in das teuerste Studio und ist automatisch im besten, sei gewarnt, dem ist garantiert nicht so.

Wer hingegen das billigste Studio scheut, mag sicher nicht ganz unrecht haben, aber man kann auch nicht pauschalisieren, dass billig gleich schlecht wäre.

Allgemein gilt folgender Leitfaden, den man stets bei der Wahl eines Piercing-Studio, Tattoostudios und Permanent Make-up Studios im Auge behalten sollte.

Die goldenen Regeln bei der Studio Auswahl:

  • Googelt ein Studio, das pierct, tätowiert oder pigmentiert; den genauen Bezirk sollte man mal außen vor lassen (z. B. Piercing-Studio Wien googeln)
  • Die Ergebnisse und die Listung zeigen, was häufig geklickt wird, aber nicht, dass da die Hygiene etc. top ist.
  • Man sollte schauen, was einen anspricht. Schlechte Pages lassen meist auf schlechte Locations schließen. Wer die Page schon schmuddelig oder erschreckend findet, wird das Studio wohl kaum besser mögen.
  • Hat man ein ansprechendes Studio gefunden, geht es an die Suche nach detaillierten Fakten zum Studio selbst und dessen Berechtigung. Wichtig hier sind:
  • Ist ein Gewerbeschein vorhanden und Online zu sehen?
  • Ist ein gültiges Hygienezertifikat eines akkreditierten Institutes für Mikrobiologie vorhanden? Ist ein Überprüfungszeugnis dieses Institutes für den Autoklaven aus dem aktuellen Jahr vorhanden?
  • Ist ein weiteres aktuelles Gütesiegel von namhaften Instituten oder Vereinen vorhanden, z. B. das der HHÖ (Hepathitis Hilfe Österreich)?
  • Wie ist die Reputation des Piercers/der Piercerin – hat er/sie viel Erfahrung, wie kam er/sie zum Gewerbeschein, welche Prüfungen hat er/sie abgelegt?
  • Hat der Piercer/die Piercerin medizinisches Fachwissen nachzuweisen, z. B. Ausbildung, Berufe, Studium, Kurse etc.?
  • Betätigt sich der Piercer/die Piercerin anderweitig auf dem Fachgebiet? Z.B. in Wirtschaftskammer, WIFI, Kursleitung, Mitarbeit in diversen Organisationen zum Thema, schreibt er/sie Artikel oder Gutachten oder sonstige Ausarbeitungen?
  • Was sagen Social Media-Plattformen über das Studio? (Facebook etc.)
  • Gibt es Bilder vom Eingriffsraum, den Geräten, der Arbeitsweise und den Materialien? (Wer keine Bilder von sterilen Utensilien hat, wird vielleicht auch keine verwenden.)
  • Gibt es Videos/Bilder vom Studio, auf denen man sieht, wie gearbeitet wird? (Sterile Handschuhe sind NIE schwarz – Videos/Bilder, auf denen mit schwarzen Handschuhen gepierct wird, zeigen, dass das Studio nicht gemäß den gesetzlichen Vorgaben arbeitet.)
  • Gibt es Videos/Berichte in den Medien, Zeitungen etc. über das Studio?
  • Gibt es Kundenmeinungen auf der Homepage des Studios, die glaubhaft erscheinen?
  • Nun sollte man zum Telefon greifen und einmal Kontakt aufnehmen, alternativ vorher eine E-Mail schreiben. Die Reaktionszeit auf eine Antwort sagt auch viel über das Studio und keine Antwort ist auch eine Antwort.
  • Beim Anruf per Telefon kann man gezielte Fragen stellen und hört gleich, ob man die passenden Antworten bekommt; wenn natürlich eine Aushilfe dran ist, sollte man nach dem Piercer fragen.
  • Terminpflicht ist in der Regel ein gutes Zeichen. Zum einen sieht man, dass genug Nachfrage herrscht, zum anderen, dass hier geplant wird und somit für jedes Piercing und jeden Kunden genug Zeit zur Verfügung steht.
  • Beim Besuch des Studios sind die Lage und das äußere Erscheinen nicht unbedingt wichtig. Außen hui innen pfui – das ist nichts, was einem hilft. Egal, ob groß oder klein – sauber sollte es sein. Das reimt sich zwar, ist aber wahr. Wer fragt, ob er einen Blick in den Eingriffsraum werfen darf, sollte den in einem Studio, wo alles vorzeigbar ist, auch bekommen (außer es wird gerade gepierct). -> Vorsicht, wenn es heißt, dass dort alles so sauber ist, dass niemand hineindarf, das ist eher eine faule Ausrede.
  • Man sollte sich die Auszeichnungen und Zertifikate zeigen lassen. Speziell das Hygienezertifikat muss noch gültig sein. Der Gewerbeschein sollte dahingehend geprüft werden, dass, wer darauf angegeben ist, auch derjenige ist, der das Piercing setzt. Oft steht dort eine Frau drauf und ein Mann pierct oder laut Geburtsdatum müsste der Piercer 50 Jahre sein, ist aber erst 20 – dann sollte man mal genauer nachfragen.
  • Wie sieht der Piercer/die Piercerin aus? Gepflegt oder ungepflegt? Kleidung sauber oder schmutzig? Übrigens, wenn der oder die Durchführende selbst 10 Piercings und Tattoos hat, sagt das nichts über das Können aus, denn selbst wird man sich es wohl kaum gestochen haben.
  • Fragen zur Hygiene und den Gefahren/Risiken sollte man stellen und auch auf eine genaue Antwort Wert legen. „Passt schon“ ist keine passende Antwort. Auch sollte das Studio nach dem Alter des Interessenten und nach eventuellen Krankheiten fragen, die schon bei einer Vorbesprechung ein KO-Kriterium sein könnten.
  • Ein Blick in die Ecken und auf den Boden zeigt, wie sauber es ist. Hängen Spinnweben herum, ist man um eine Erfahrung reicher.

Fazit:
Viel fragen hilft, gute Studios und weniger gute Studios zu unterscheiden. klar kann man mal zum falschen Zeitpunkt im Geschäft stehen oder anrufen, aber ein gutes, seriöses Studio nimmt sich immer die Zeit oder bittet darum, etwas Geduld zu haben bzw. bietet einen Beratungstermin an.

Wenn der erste Eindruck nicht behagt oder man kein gutes Gefühl hat, wenn man den Durchführenden sieht, sollte man sich im Zweifel noch ein anderes Studio ansehen.

Preise verraten leider nichts über die Qualität des Studios.

Letzter Tipp:
Wirtschaftskammern haben die gemeldeten Betriebe meist gelistet, so kann man vor den ganz schwarzen Schafen von vornherein bewahrt bleiben. Unabhängige Institute wie der Verein für Konsumenten (VKI) prüft regelmäßig; auch hier kann ein Nachforschen nicht schaden. Zu guter Letzt muss jeder selbst entscheiden.

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Marc

Piercing-Wiki Autor
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